Manschettenknöpfe

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Seit Urzeiten schmückt sich der Mensch. Männer wie Frauen gleichermaßen. Doch wo das weibliche Geschlecht noch immer aus den Vollen schöpfen kann, wirkt zu viel Dekoration am Manne schlicht unseriös und passt nicht zum gepflegten Geschäftsgebaren. Dezente Zurückhaltung ist für den eleganten Herren unserer Zeit geboten. Das heißt nicht, dass er vollständig auf Zierrat verzichten muss. Im Gegenteil. Drei Accessoires sind zu jeder Businessgarderobe erlaubt und völlig legitim: Armbanduhr, Krawattennadel und Manschettenknöpfe. Gerade letztere symbolisieren mit ihrem versteckten Sitz dezent den Status des Trägers, ersetzen sie doch die Knöpfe der Hemdsärmel. Wer Manschettenknopf trägt, der trägt kein Billighemd mit Knopfmanschette und angenähten Wäscheknöpfen. Wer Manschettenknöpfe trägt, trägt ein elegantes Hemd mit Doppelmanschette oder Kombimanschette.

ManschettenknöpfeDie Kombimanschette, auch Wiener Manschette genannt, ist eine einlagige Manschette, die wahlweise mit normalem Hemdknopf oder auch mit Manschettenknöpfen geschlossen werden kann. Für den Fall, dass man versehentlich keine Manschettenknöpfe dabei hat, kann man also auf die konventionelle Knopf-Variante zurückgreifen. Üblicherweise werden Kombimanschetten zum Frack getragen.

Die Doppelmanschette, auch Umschlagmanschette oder französische Manschette genannt, besteht dagegen aus einer doppelten Lage des Hemdstoffes. Sie wird zum Handgelenk hin zurückgeschlagen und mit Manschettenknöpfen geschlossen. Die Umschlagmanschette ist die formellste aber auch die eleganteste Art der Manschette. Das Hemd zum Smoking ist grundsätzlich ein Hemd mit Doppelmanschette und Manschettenknöpfen.

Doch egal, für welche Art der Manschette man sich auch entscheidet, der Ärmel des Hemdes sollte stets bis an den Ansatz des Handrückens reichen und das darüber getragene Sakko sollte so geschnitten sein, dass die Manschette des Hemdes ca. 1 cm bis 1,5 cm aus dem Ärmel herausschaut.

Auch sollten Manschettenknöpfe stets zu einem klassischen Hemdkragen getragen werden; nicht also zu modernen Button-Down-Hemdkragen o. ä. Grundsätzlich gilt auch - Manschettenknöpfe nie ohne Krawatte tragen. Bei Form und Stil der Manschettenknöpfe sollte man sich von Schlichtheit, Eleganz und Funktionalität leiten lassen. Ein edles Material spricht für sich. Ein reduziertes Design wirkt gepflegt, ohne protzig zu sein.

Nach einer wechselvollen Geschichte sind Manschettenknöpfe nun endlich wieder in Mode.

Denn tatsächlich sind Manschettenknöpfe sind ein Accessoire mit historischem Hintergrund. Die ersten Hemden mit Manschetten wurden bereits um 1700 geschneidert. Erste urkundliche Aufzeichnungen über die dazugehörigen Manschettenknöpfe finden sich allerdings erst im Jahre 1788. Sicher ist, dass bereits der Sonnenkönig und sein männlicher Hofstaat goldene und mit Edelsteinen verzierte Manschettenknöpfe trugen. Seinerzeit aus teuerstem Material und in absoluter Handarbeit gefertigt, waren sie der Inbegriff des Statussymbols. Mit zunehmender Industrialisierung und mit vereinfachten Herstellungsmethoden wurden die Manschettenknöpfe um 1800 auch für das Bürgertum erschwinglich. Mit Erfindung der neuzeitlichen Knopfmanschette kamen die Manschettenknöpfe für die breite Bevölkerungsmasse dann vollständig aus der Mode.

Trotzdem und vielleicht gerade deshalb blieb der Manschettenknopf aber stets auch Symbol des gehobenen Lebensstandards im traditionellen Herrenstil.

Heute hat man die Wahl zwischen maschinell hergestellten Manschettenknöpfen der günstigeren Art und solchen, die in Handarbeit aus edlem Material hergestellt werden. Silber, Gold oder schlichter Edelstahl in Kombination mit Glas, Perlmutt, Email oder Edelsteinen, die Möglichkeiten sind vielfältig.

Doch egal, für welche Variante man sich auch entscheidet, ein bisschen Fingerfertigkeit gehört schon dazu, um die Manschette mit dem kleinen, edlen Manschettenknopf zu verschließen. Ein einfacher Hemdknopf würde sich tatsächlich leichter fügen - doch wieviel mehr Charme hat dagegen der klassische Manschettenknopf!